Goemon5: The Celtic Ninja Blog
Goemon
Goemons Gruseliges Tagebuch

In dieser Ecke werde ich in unregelmäßigen Abständen (sobald ich eine Eingebung habe und über die Zeit verfüge dieser zu folgen) markante Erlebnisse meines bescheidenen Lebens niederschreiben.

 Die zeitliche Abfolge folgt übrigens den geologischen Regeln: die ältesten Daten befinden sich im liegenden (unten) und da die Geschichten teilweise aufeinander aufbauen, sollten sie von unten nach oben gelesen werden.
Texte von 2006 und 2007 befinden sich hier.

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Samstag

1.5.2010

Arbeit und Öl

Ganz Europa und selbst die Türkei werden von Maidemonstranten und Krawallmachern gebeutelt; bekanntes Bild zum ersten Mai. Griechenland randaliert, weil das Land dummerweise sparen muss. Der Staat bekommt die versprochenen Milliardensubventionen von seinen EU-Kollegen nämlich nur, wenn er selbst ein wenig kürzer tritt. Das heißt für die schwer pausierenden griechischen Arbeitnehmer: Rente erst ab 63, nicht ab 61 Jahren, und Verzicht auf das 13. und 14. Monatsgehalt. Das wäre jetzt aus deutscher Sicht weit weniger problematisch. Die Rente ab 72 ist schon lange nicht mehr so tragisch und die Mehrzahl deutscher Staatsbürger im erwerbsfähigen Alter bekommt nicht einmal zwölf Monatsgehälter. Daher will ich mich auch gar nicht lange über die gewaltbereiten Griechen lustig machen, sondern gehe zu einem viel wichtigeren Thema über.

Im Golf von Mexiko ist kürzlich eine abgetakelte Ölbohrplattform versunken. Jetzt strömt das Öl in Teppichform an die Oberfläche und treibt auf die US-amerikanische Küste zu. Da sich die Schuldigen und Schuldner wieder einmal erfolgreich um ihre Verantwortung drücken, nehme ich jenes Ereignis zum Anlass einen generellen Aktionsplan für Katastrophen überregionaler Tragweite zu erstellen. Auf das Beispiel Ölpest bezogen ergibt sich folgendes Bild:


Ereignis

Kurzbeschreibung der Ursachen und absehbaren Folgen.

Das Multi-Billionen-Dollar-Unternehmen BP bohrt seit einigen Jahrzehnten aus allgemeiner Geldgier und mit großem finanziellen Erfolg vor Amerikas Küste nach Öl. Am 20. April explodierte eine jener stählernen Ölplattformen teilweise und versank in den Fluten. Seitdem bedeckt ein immer größer werdender Teppich aus Rohöl die Gewässer des Golfes von Mexiko und driftet auf die Küste der USA zu. Das Mississippi-Delta und weitere Ökosysteme der Region sind möglicherweise nur noch Tage vom ökologischen Kollaps entfernt.


Schuldfrage


Wer ist schuld, bzw. wer sollte für den Schaden einstehen?

In diesem Fall ist der Schuldige klar umrissen: die untergegangene (versenkte?) Ölplattform gehörte zum Macht- und Geldmonopol von BP. Jene Firma war der mit Abstand größte Nießnutzer der Anlage und steht folgerichtig in der Verantwortung.


Schadensfrage

Zieht das Desaster bleibende Schäden nach sich?

Klar, Millionen von Zugvögeln brüten derzeit am Golf von Mexiko; das gesamte Ökosystem der Küste ist bedroht. Desaströse Folgen für Tourismus, Fischerei, Nahrungsmittelindustrie, Gesundheit und der Verlust eines einzigartigen Biotops stehen in Aussicht.


Maßnahmenkatalog

Kann man das Schlimmste noch verhindern?

Erste Schutzmaßnahmen wurden bereits getroffen; die schwimmenden Ölbarrieren dümpeln im Meer dahin. Jetzt müsste das Öl aber auch mal entfernt werden, und da können die menschlichen Opfer eigentlich mithelfen. Wenn man die Heerscharen von Fischkuttern hinausschickt um zur Abwechslung nicht Fische zu morden sondern Rohöl abzupumpen, trägt das nachhaltig zur Verschönerung der Landschaft bei. Zehntausende von freiwilligen bezahlen Helfern können das Öl von der Wasseroberfläche abschöpfen und sämtlichen Geschädigten Soforthilfe leisten. Sämtliche Lebewesen die durch die Ölkatastrophe beeinträchtigt werden, können direkt versorgt und vor jeglichen Langzeitschäden geschützt werden. Ja, das schließt auch die Millionen von Vögeln, Fischen und sonstigen possierlichen Küstentieren mit ein.

Zu guten letzt muss aber auch die Ursache bekämpft werden. Das heißt, Bohrloch versiegeln, alle verstreuten Einzelteile der Bohrplattform einsammeln und das Ökosystem Meeresboden wieder so herrichten, wie es vor dem Geldhungrigen Eingriff BPs aussah. Ergo: Meeresboden aufräumen und wieder flott machen.


Fazit

Sind die Gegenmaßnahmen nützlich und erschwinglich?
Das Ökosystem der Golfküste nicht zu verlieren ist definitiv eine gute Sache, da sollte der Preis eigentlich keine Rolle spielen. Macht aber nix, unter Punkt eins haben wir bereits geklärt, dass einer der reichsten Konzerne dieses Planeten für die Ölpest verantwortlich zeichnet. Wenn BP dazu berechtigt ist unsere natürlichen Ressourcen zum Wohle des eigenen Geldbeutels zu schröpfen, so steht BP volle Haftung für Folgeschäden zu.


In diesem Sinne wäre die Ölpest die momentan vor Amerikas Küste auf ihren zerstörerischen Einsatz drängt keine so schlechte Aktionsgelegenheit für alle Arbeitswilligen im Großraum Amerika. Die Regentschaft der USA könnte zwanglos die Vollbeschäftigung einführen, rund um den Golf von Mexiko wohlgemerkt! BP steht meiner Meinung nach in der Pflicht zur Finanzierung, die USA steht in der Pflicht zur unmittelbaren Maßnahmenergreifung. Das heißt: die US-Regierung engagiert alle notwendigen Helfer und Spezialisten, BP bezahlt.

Da gibt es nur ein Problem, die Regierung arbeitet im Allgemeinen nicht für das Volk, sondern vice versa. Und für den guten Konsumenten gehört sich derlei Kritik am System oder gar konsequentes Eingreifen einfach nicht. Aber das kennen wir ja von daheim: wer gegen das System, aber für das Volk spricht, der ist entweder Verbrecher oder Kabarettist. Wobei für unsere Politnasen vermutlich beides nah beieinander liegt. Gelle, Georg?

ESA Klimaschmutz satellit


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