Goemon5: The Celtic Ninja Blog
Goemon
Goemons Gruseliges Tagebuch

In dieser Ecke werde ich in unregelmäßigen Abständen (sobald ich eine Eingebung habe und über die Zeit verfüge dieser zu folgen) markante Erlebnisse meines bescheidenen Lebens niederschreiben.

 Die zeitliche Abfolge folgt übrigens den geologischen Regeln: die ältesten Daten befinden sich im liegenden (unten) und da die Geschichten teilweise aufeinander aufbauen, sollten sie von unten nach oben gelesen werden.
Texte von 2006 und 2007 befinden sich hier.

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Freitag

8.5.2009

Und heute verbieten wir mal ...

Nach dem Gebrabbel über "Killerspiele", Pseudo-Debatten um Managergehälter, lauwarmem Gesäusel über Naturschutz, verbrämten Steuerdisputen, einer verkorksten Gesundheitsreform und trügerischen Wahlkampfgeschenken an Rentner folgt nun der nächste Aktionismus unserer Koalitionsregierung. In einer scheinbar ruhmvollen und selbstlosen Aktion wollen CDU und SPD Kampfspiele verbieten. Denn laut allgemeinem Koalitionsdünkel ist Paintball eine lebensnahe Tötungssimulation. Das Kampfspiel sei sittenwidrig und verletze die Menschenwürde.

Klar, denkt ihr jetzt, die spinnen, die Politiker und wollen sich jetzt, da die Frucht des angestrebten Ego-Shooter-Verbots zunehmend saurer wird, mit einer neuen Kampfansage bei weiteren Mitmenschen unbeliebt machen. Aber liegt ein Verbot von Paintball, Laserdom und Co. nicht genauso nahe wie die Vernichtung von Shootern und die staatliche Regulierung des Milchmarktes? Es geht immerhin um Menschenleben, da sollte man sich doch nicht partout quer stellen!

Gegenaurgumente?
Gotcha-Freunde mögen jetzt anmerken, dass die Bestimmungen in Deutschland ohnehin schon die schärfsten weltweit sind. Nur in speziell genehmigten Bereichen darf überhaupt Paintball gespielt werden. Tarnanzüge sind genauso verboten wie Markierer die echten Waffen nachempfunden wurden. Paintball distanziert sich demnach ganz bewusst vom realistischen Schusswechsel und konzentriert sich auf den Spaß am Teamspiel.

Weit über zweitausend Mitspieler zählt die deutsche Paintball-Liga DPL. Deutsche Verhaltensregeln setzen sich inzwischen sogar in den USA durch. Eine derartige Vorbildfunktion kann man sich natürlich gepflegt in die getönten Locken schmieren, wenn das ortsansässige Politikum die Sportart einfach öffentlich denunziert.

Ferner wird nicht geschossen, sondern markiert, betonen Kenner der Teamsportart. Ohnehin ist Gotcha in Deutschland erst ab 18 Jahren spielbar, was die Verbindung zu den geächteten jugendlichen Amokläufern irgendwie ziemlich final vernichtet. Das sind natürlich nur Details und wir wollen unseren verkaterten Politikern nicht vorwerfen, gedankenlos mit der Index-Fibel um sich zu schlagen.

Gewalt umgibt mich. CDU hilf! SPD errette mich!
Vielmehr möchte ich den verklärten Blick unserer geächteten, nervtötenden, orientierungslosen und zeitweise verständnislos vor sich hin brabbelnden Politiker heute auf weitere Phänomene der täglichen Gewalt lenken.

Am 20. April 2007 wurden in Prenzlau ein Südamerikaner und ein Inder von zwei rechtsextremen Männern zusammengeschlagen und getreten. Die Ursache des Attentats: ganz klar Thai-Boxen. Vier Tage zuvor wurde die deutsche Amateur-Meisterschaft im Thai-Boxen ausgetragen.

Immer wieder sieht man im Fernsehen Live-Übertragungen von brutalen Schlägern die sich gegenseitig das Gesicht blutig schlagen, wobei nicht selten einer der Kontrahenten bewusstlos zu Boden geht. Solche Ereignisse werden dann groß gefeiert, die Beteiligten werden geehrt und werben im TV für Milchcreme-Snacks. Sollten wir unsere Ansicht über derart brutale Sportarten nicht überdenken und vor allem auch das olympische Komitee öffentlich verurteilen, weil es solche Schlägertypen mit internationalem Ruhm bedenkt?!

Früh übt isch, wer ein Mörder werden will
In meinem privaten sozialen Umfeld erlebe ich übrigens besonders viel Gewalt. Meine Schwester zieht mit ihren zwei Söhnen wahre Übeltäter heran und ich wundere mich täglich, dass Bazooka-Joe sie noch nicht einkassiert hat, um sie in den Jugendknast zu stecken. Die beiden jugendlichen Gewalttäter hintergehen ständig mit Arglist ihren gesetzlichen Vormund mit tückischen Ausreden, treten mit fataler Gewalt gegen Fußbälle und im Sommer spielen sie gar "Cowboy und Indianer".

Hinter dieser scheinbar profanen Bezeichnung "Cowboy und Indianer" verbirgt sich einer der blutigsten und meist geächteten Genozide der Menschheitsgeschichte. Europäische Einwanderer fielen auf den neu entdeckten Kontinent ein, erschossen, vergifteten, massakrierten und vergewaltigten die ansässige Bevölkerung und stahlen ihr Land.
Was soll aus jungen Menschen werden die solche Gräueltaten nachspielen und Freude daran empfinden? Grausame Schlächter natürlich!

Ich habe sogar erlebt, dass einer von den beiden Jungs eine geladene Handfeuerwaffe auf mich richtete und trotz meinen flehenden Worten kaltblütig abdrückte. Was wird passieren, wenn er eines Tages statt auf Wasserpistolen Zugriff auf eine Walther PPK hat?! Ich fordere baldiges Einschreiten seitens der Regierung!

Noch mehr Aktionismus
Wider Erwarten spart unsere Koalitionsregierung auch die Mittäter internationaler Bluttaten nicht aus der Kritik aus. Selbst die Gesetze für den Besitz von Handfeuerwaffen sollen nun verschärft werden. Wir erinnern uns: Neben Taktik-Shootern, Horror-Videos, Erotik-Bildern, vergorener Milch und überlagertem Backwerk wurde auch Schusswaffen eine gewisse Beteiligung an den Attentaten von Winnenden zugeschrieben.

Unsere Koalition will Waffenbesitzer nun dazu zwingen ihre Schusswaffen so zu lagern, dass nur die Besitzer selbst Zugriff darauf haben. Verdachts-unabhängige Kontrollen sollen die Einhaltung dieses Gesetzes durchsetzen.

Ich bin mir nicht ganz sicher. Doch man munkelt, dass wohl auch erwachsene Waffenbesitzer manchmal von der gesellschaftlichen Norm zurücktreten und andere Menschen wahllos töten. Aber das sind halt alles nur Details, darüber können wir immer noch reden, wenn CDU und SPD die Wahl überstanden haben.

PS.: Die beiden Parteikürzel SPD und CDU werden hier bewusst ketzerisch erneut genannt. Schließlich sind bald Europawahlen und ihr solltet wissen, wem ihr euer Vertrauen nicht schenken solltet. Unverbindliche Information.

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